Spielberichte 2026/2027

Alle Berichte erstellt durch den Bezirkspressewart
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Spielbericht KW38 2026

Zum Saisonauftakt gab es in der Tischtennis-Oberliga Baden-Württemberg für die Vertreter aus dem Bezirk Pforzheim Licht und Schatten. Während der TTC Mutschelbach auf heimischem Boden gegen den SV Sillenbuch auftrumpfte und einen 7:3-Erfolg feierte, musste sich die TTG Kleinsteinbach/Singen beim letztjährigen Tabellendritten DJK Sportbund Stuttgart mit 2:8 geschlagen geben.

Oberliga Baden-Württemberg TTC Mutschelbach – SV Sillenbuch          7:3
Nachdem sich Mutschelbachs Bhanja/Hrnic gegen Wolf/Samson glatt in drei Sätzen durchgesetzt hatten, zog das neu formierte Gastgeberdoppel Moreno/Müller trotz einer starken Vorstellung gegen Sillenbuchs Alicic/Lühne mit 7:11, 12:10, 7:11, 11:9 sowie 5:11 den Kürzeren, ehe Ronit Bhanja im ersten Einzel des Tages seine Extraklasse unterstrich und auf 2:1 stellte. Zwar schlug Sillenbuchs Spitzencrack Armin Alicic postwendend zurück, doch ließ Alex Morenos Antwort nicht lange auf sich warten. Mit 11:7, 11:8 und 11:5 wies er den jungen Nils-Arne Samson in seine Schranken. Als wenig später TTC-Kapitän Andreas Müller gegen Nils Wolf einen 0:2-Satzrückstand noch umbog und Mutschelbachs Vorsprung auf 4:2 hochschraubte, waren die Gäste aus dem Süden Stuttgarts angezählt. Bhanja machte sich dies im Duell der beiden Ausnahmekönner gegen Alicic zu Nutze und erhöhte auf 5:2. Kenan Hrnic wollte seinem kongenialen Doppelpartner anschließend natürlich in nichts nachstehen, zwang Widersacher Leon Lühne mit 12:10, 11:8 sowie 11:5 in die Knie und entschied die Partie dadurch vorzeitig. Daran vermochte auch Wolfs Viersatzerfolg über Moreno nichts mehr zu ändern, zeichnete doch Müller gegen Samson umgehend für den finalen Punkt zum 7:3 verantwortlich. „Das war heute ein gelungener Auftakt“, so Mutschelbachs Müller zufrieden, um anzufügen, dass es nun in Odenheim gelte an dieser Leistung anzuknüpfen und auch von dort etwas mitzunehmen.

DJK Sportbund Stuttgart – TTG Kleinsteinbach/Singen 8:2
Obwohl Kleinsteinbach/Singens Equipe dank eines starken Auftritts von Sanchez/Gonzalez Perez gegen Spieß/Gaa mit 1:0 in Führung ging, war bei den Hausherren von Anfang an ihr unerschütterliches Selbstvertrauen zu spüren. Pham/Kestler machten ihre Sache im Doppel gegen Cheaib/El Habach zweifellos gut, doch standen sie im Endeffekt auf verlorenem Posten. So ähnlich könnte man auch das Match von Eduardo Gonzalez Perez gegen Dauud Cheaib – dem vermeintlich besten Spieler der Liga – zusammenfassen. Als daraufhin auch noch TTG-Ass Juan Pedro Sanchez dem in bestechender Form agierenden ehemaligen Zweitligaakteur Marlon Spieß mit 3:11, 12:10, 8:11 sowie 8:11 unterlag, schwanden Kleinsteinbach/Singens Erfolgsaussichten auf ein Minimum. In der Folge zahlte Youngster Colin Kestler gegen Gabriel Gaa Lehrgeld, bevor Kapitän Remy Pham dem Libanesen Saadeddine El Habach zum Sieg gratulieren musste. Im weiteren Spielverlauf blieb es einzig Pham vergönnt noch für ein wenig Ergebniskosmetik zu sorgen, indem er Gaa in der Verlängerung des fünften Satzes mit 12:10 niederrang. „Ein, zwei Punkte mehr hätten es sein dürfen, aber letztlich ist der Sportbund eine absolute Topmannschaft“, kann Ilija Rajkovaca, der Sportliche Leiter der TTG, die Niederlage schon richtig einordnen.

Saison Vorschau 2026 / 2027 Teil 1
Während die Protagonisten in der Tischtennis-Bundesliga bereits seit Mitte August wieder um Punkte an der Platte kämpfen, fällt bei den Amateuren hierzulande am Wochenende der Startschuss zur neuen Tischtennissaison.

Nachdem es bei der Zahl der Mannschaften bereits im vergangenen Jahr eine leichte Aufwärtstendenz zu verzeichnen gab, schickt der Bezirk Pforzheim heuer 95 Teams ins Meisterschaftsrennen, sage und schreibe 17 mehr als zuletzt. Dass dies insbesondere auf die nun endgültig vollzogene Umstellung der Mannschaftsstärke von sechs auf vier Akteure in sämtlichen Ligen zurückzuführen ist, liegt auf der Hand. Nichtsdestotrotz spiegelt diese Tatsache wider, mit welch einer Hingabe das Gros der Ballartisten seinem Lieblingssport die Treue hält. Einziger Wermutstropfen dabei: Unter all den Teams befindet sich nach wie vor keine Frauenmannschaft.

Unumstrittenes Aushängeschild ist – auch daran hat sich nichts geändert – die TTG Kleinsteinbach/Singen, stellt sie doch gleich vier Vertretungen oberhalb der Verbandsklasse Süd. Während die „Erste“ in der Oberliga Baden-Württemberg ihre Visitenkarte abgibt, spielt die „Zweite“ in der Verbandsoberliga. Die dritte und vierte Mannschaft der TTG gehen jeweils in der Verbandsliga an den Start. Als zweitstärkste Kraft vertritt weiterhin der TTC Mutschelbach Pforzheims Farben im Ländle, wusste das Ensemble aus dem Karlsbader 2000-Seelenort in seiner Oberliga-Premierensaison doch zu überzeugen.

Oberliga Baden-Württemberg

Nachdem Kleinsteinbach/Singens Asse Ende April die Oberligaspielzeit auf Platz fünf abgeschlossen hatten, informierten die vor drei Jahren vom TTC 1946 Weinheim an Land gezogenen Timo Gass, Dennis Tschunichin sowie Daniel Berbner die „Macher“ der TTG von ihrer bevorstehenden Rückkehr an die Bergstraße. Also galt es für den Sportlichen Leiter Ilija Rajkovaca und sein Team eine neue Hierarchie aufzubauen. Zum einen verpflichtete man den 25-jährigen Spanier Juan Pedro Sanchez aus Murcia für das Spitzenpaarkreuz. Und zum anderen rückt Youngster Colin Kestler, gerade einmal 19 Jahre alt und hochtalentiert, von der „Zweiten“ in die „Erste“ auf. Außerdem werden die seit geraumer Zeit bei der TTG weilenden, ebenfalls aus Murcia stammenden Miguel Chamorro beziehungsweise Eduardo Gonzalez Perez wechselweise zum Einsatz kommen. Kapitän Remy Pham komplettiert die Truppe und soll ihr Stabilität verleihen. In der Hinterhand hat man noch den starken Inder Arjun Ghosh, welcher allerdings erst wieder zur Rückrunde ein Faktor sein dürfte. „Für uns geht es definitiv um den Klassenerhalt. Dass das nicht leicht wird, wissen wir, aber wir sind zuversichtlich“, ist sich Pham um die Schwere der Aufgabe bewusst, zumal die Liga noch unberechenbarer geworden ist. Neben dem Neuling SV Böblingen werden vor allem der SC Staig sowie die FT V. 1844 Freiburg als Kandidaten gesehen, die es im Kampf gegen den Abstieg hinter sich zu lassen gilt.

Das sehen auch Mutschelbachs Männer so, verfolgen sie doch dasselbe Saisonziel wie der Lokalrivale aus Kleinsteinbach/Singen. Angeführt wird das Quartett vom 28-jährigen indischen Ausnahmekönner Ronit Bhanja. Mit Kenan Hrnic, der an Position zwei aufläuft und in der vergangenen Spielzeit zu alter Stärke zurückfand, bildet Bhanja überdies ein prächtig harmonierendes Doppel. Für das hintere Paarkreuz engagierte Mutschelbachs 1.Vorsitzender Alexander Hofferer den 19-jährigen Spanier Alex Moreno vom hessischen TTV Stadtallendorf als Ersatz für den zu den TTF Rastatt in die Verbandsliga Südwest abgewanderten Patryk Matuszewski. Andreas Müller, ruhender Pol und Mannschaftsführer, vervollständigt die Equipe. Sollte mal Not am Mann sein, stünde der aus Büchig gekommene, mit reichlich Potenzial ausgestattete Levi Herbster, der für gewöhnlich in der „Zweiten“ seinen Schläger schwingt, Gewehr bei Fuß. „Verstecken müssen wir uns nicht, doch das Feld ist brutal ausgeglichen, so dass bei fast allen Spielen die Tagesform entscheiden wird“, gibt sich Müller keinen Illusionen hin.

Saison Vorschau 2026 / 2027 Teil 2

Obwohl sich die TTG Kleinsteinbach/Singen II in der vergangenen Verbandsoberliga-Saison lange Zeit schwertat, gelang es ihr mit einem Sieg und einem Remis auf der Zielgeraden den Klassenerhalt in trockene Tücher zu wickeln. „Dieses Erfolgserlebnis hat der Mannschaft natürlich gutgetan. Allerdings müssen wir es nicht immer so spannend machen“, gibt Ilija Rajkovaca den Seinen mit auf den Weg, „auch wenn es keinen Deut einfacher werden wird“, so der Sportliche Leiter der TTG weiter. Das Gerüst bilden wie seit längerer Zeit schon Kapitän Kian Aragian, Gururaj Patil sowie die ohnehin nicht wegzudenkenden Hai Khanh Nguyen und Patrick Mößner. Da die in der „Ersten“ eingeplanten Remy Pham und Colin Kestler offiziell in der „Zweiten“ gemeldet sind, werden sie im einen oder anderen Match mit von der Partie sein, um dann vielleicht den Unterschied zu machen. Gelten der benachbarte TTC Wöschbach und der TTV Ettlingen als Titelanwärter, so möchte man den TUS Hüfingen sowie den TTV Weinheim-West auf alle Fälle auf Distanz halten.

In der Verbandsliga mischen in diesem Jahr gleich drei Vertreter aus der Region mit – und zwar die dritte und vierte Mannschaft der TTG Kleinsteinbach/Singen sowie erstmals auch der TV Kieselbronn. Gerade der TVK sieht die Herausforderung als große Chance. Einerseits ist man nach zuletzt drei Aufstiegen binnen vier Jahren natürlich voller Selbstvertrauen, andererseits verfügt man auch über eine sehr spielstarke Truppe. An Position eins agiert der mit einer feinen Technik ausgestattete Routinier Sven Happek. Er soll vorangehen und seine jungen Mitstreiter wie den 16-jährigen Mika-Leon Beier beziehungsweise den erst 13-jährigen Elias Rosenow führen. Dessen Bruder Jonathan Rosenow (28) fungiert als Kapitän und stellt eine absolute Schlüsselfigur des TVK dar. „Wir würden gerne oben ein Wörtchen mitreden“, so Rosenow, um anzufügen, dass der FC Külsheim sowie der ASC Grünwettersbach III freilich richtig gut aufgestellt sind und es daher schon ambitioniert sei.

Für die TTG Kleinsteinbach/Singen III wie auch IV geht es dagegen ausschließlich um den Klassenerhalt. Während Mohammad Mahmoud, die Altmeister Andreas Galic und Ilija Rajkovaca sowie Christoph Roy den Stamm der „Dritten“ verkörpern, bilden Tobias Treskatsch, Jonas Merkert, Ramon Huber und Thomas Schüle das Kaderfundament der „Vierten“. Als Alternative käme neben Duc-An Do, dem Neuzugang vom TTC Tiefenbronn, noch der aufstrebende, kürzlich zum baden-württembergischen Titelträger der Jugend 13 gekürte Ben Enrico Hummig in Frage. Um seine Ziele abermals zu erreichen, gilt es für Kleinsteinbach/Singens Akteure wohl vor allem die EK Söllingen sowie den SV Adelsheim hinter sich zu lassen.

Das Bundessystem
Ab der neuen Tischtennissaison (Spielzeit: 26/27) spielen alle Mannschaften in sämtlichen Ligen lediglich noch mit vier Akteuren anstatt sechs. Gespielt wird im Bundessystem. Einzige Ausnahme ist die TTBL (1.Tischtennis-Bundesliga) – sie spielt weiterhin in Dreierteams.
Wie funktioniert das Bundessystem?
Das Bundessystem im Tischtennis ist ein offizielles Spielsystem für Vierer-Mannschaften, bei dem insgesamt 10 Spiele (2 Doppel und 8 Einzel) ausgetragen werden.
Die einen haben die Einführung der Vierer-Mannschaften regelrecht herbeigesehnt, die anderen bis zuletzt dagegen angekämpft. Diese Reform hat nun zur Folge, dass im Bezirk Pforzheim insgesamt 17 Teams mehr gemeldet wurden als in der vergangenen Saison. Manch ein Verein geriet dadurch sogar an seine Hallenkapazitätsgrenze an Spieltagen. Primär ist die Verkleinerung der Mannschaften dem anhaltenden Mitgliederschwund sowie dem damit einhergehenden Rückgang der aktiven Spieler-/innen geschuldet.
Es lassen sich natürlich sowohl Argumente für als auch gegen die Neuerung finden. Während die kürzere, weitgehend planbare Spieldauer (maximal 2,5 bis 3 Stunden) auf die Umstellung auf Vierermannschaften einzahlt, leide den Befürwortern der Sechserteams zufolge das Gemeinschaftsgefühl sowie das Gesellige nach dem Match darunter. Nicht wegzudiskutieren ist die Vereinheitlichung und eine nachhaltigere Anreise verbunden mit geringeren Kosten bei Auswärtsfahrten zu viert. Heben die Fürsprecher von Sechserteams den Fakt hervor, dass Ausfälle von Akteuren bei Vierermannschaften wesentlich schwerer wiegen und daher insbesondere Einsatzzeiten von Jugendlichen gefährden, kontert das Lager der Pro-Viererteams mit weit weniger langen Wartezeiten zwischen den Einzeln und fast permanenter Einsatzzeit jedes Spielers. Ein Kritikpunkt, den man vielerorts über das nun praktizierte Bundessystem vernimmt, ist der Umstand des steten Ausspielens aller Duelle hinsichtlich der Motivation, sprich: Liegst Du mit Deinem Team aussichtslos mit 0:6 im Rückstand, musst Du noch viermal an den Tisch, obwohl das Spiel bereits verloren ist.
Fazit: Inwieweit sich das „neue Spielsystem“ mit seinen Vor- und Nachteilen letzten Endes bewährt, wird sich wohl erst in zwei oder drei Jahren beurteilen lassen.

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